Ainringer Wirtshausgschichten
 Ainringer Wirtshausgschichten

Über mich...

 

Mein Name ist Thomas Berger. Geboren bin ich am 17.Februar 1960.
Ein milder Winter war es damals. Mein Vater war gerade dabei mit dem Bliem Hans (Wassermeister)  und ein paar anderen Ainringern die Wasserleitung vom Rupertihof über den „Hahnei Huaba Bühel“ zu graben.

Schon damals gab es einen sogenannten Geschäftsführer und Buchhalter im Rupertihof, den Johann Oszer. Der kam angerannt und schrie mitten in die Arbeit: „Berger, mir ham an Buam!“ Mein Vater quittierte: „Mach‘ ma Feierabend! Alle 10 Jahre einen Buam und jetzt den Dritten! Das müssen wir feiern!“
Ich bin um 8.45 Uhr in Bad Reichenhall geboren. An diesem Tag, einem Mittwoch, wurde „da Bua“ im Wirtshaus  mit vielen Stammgästen gefeiert.

Meine Mutter ist die Marianne Berger. Sie kam 1954 zum damaligen Neuwirt der Familie Thurnhuber nach Ainring. Durch einen Heuhandel. Der Thurnhuber Heini, Gastwirt, Metzgermeister und Landwirt aus Ainring, machte Geschäfte mit dem Onkel und Ziehvater meiner Mutter. Meine Mutter war ein lediges Kind, daher musste ihre Mutter außer Haus und arbeitete in Bad Reichenhall als Köchin. Die kleine Marianne wurde beim Lenzenwirt in Ufering bei ihrem Opa, ihrer Oma und dem Onkel Franz aufgezogen. Der Onkel Franz, mit Spitznamen „Hosi“,  war ein gescheiter Mensch und Bürgermeister der Gemeinde Roßdorf. Sehr lebenserfahren, ein guter Vieh- und Heuhändler. Zu mir war er immer wie ein Vater gewesen.


Heinrich Thurnhuber hatte Schulden beim Onkel Franz. Eines ergab das andere und zum Schluss war meine Mutter die Köchin beim Thurnhuber. Sie bekam hier einen Arbeitsplatz und das war meinem Großonkel Franz viel wert.

Mein Vater ist der Hans Berger. Allen bekannt als der „Sepp-Huber Hans“. Der „Sepp-Huber Hans“ war ein guter Musiker und  während des Krieges beim bekanntesten Militär-Orchester Hermann Nilebock.

Nielebocks Lieder "Im Rosengarten von Sanssouci" und " Auf der Heide blüht ein kleines Blümelein" wurden in einer Gefängniszelle in Potsdam komponiert und wahrscheinlich kann sie jeder mitsingen.


Mein Vater hatte Talent für Kompositionen und Hermann Nilebock mochte seinen Hans, den Bayern, der bei der Eröffnung der Olympiade 1936 vor großem Publikum schuhplattelte. Er hat ihm wohl das Leben gerettet, denn eigentlich hätte der Hans 1940 nach Russland müssen. Der Hermann Nilebock ließ ihn nicht gehen, denn er brauchte ihn für seinen Musikreichszug und nahm ihn mit nach Norwegen.


Meine Onkel Simon und Stefan waren bekannt als die besten Trompeter weit und breit. Mein Vater sagte immer, sowas sah man in Ainring nicht gern. Simon und Stefan sind gefallen, mein Vater wollte Berufsmusiker werden. Jedoch kam alles anders, denn der Opa sagte: „Du musst nach Hause kommen und die Landwirtschaft übernehmen.“

 

 

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